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MEIN WEG ZUM BACHELOR OF ARTS + CHECKLISTE

Drei Jahre liegen zwischen meinem Abitur und meinem Bachelorabschluss. Drei Jahre mit Hausarbeiten, Studien- und Prüfungsleistungen, Semesterferien, Serienabenden, Urlauben, neuen Freunden und zerbrochenen Freundschaften.

Verrückt, was in drei Jahren alles passieren kann. Ich habe endlich meinen Bachelor in der Tasche und wie mein Weg dahin verlief, erzähle ich euch heute. Außerdem möchte ich euch Tipps geben, damit ihr nicht genauso aufgeschmissen seid, wie ich es war.

Der Anfang

Anfang des Jahres habe ich gemeinsam mit meiner Freundin Justine beschlossen, im Sommersemester meinen Bachelor zu schreiben. Soweit so gut, dachten wir uns im Wintersemester 2017/18. Durch einen Zufall entdeckte ich in den Semesterferien im Frühjahr 2018 in der Uni, dass sich diejenigen, die vorhaben im Sommer den Bachelor zu schreiben, sich bis zu einem bestimmten Datum mit Titel und Thema im Sekretariat melden sollten. Hätte ich dieses Ausschreiben nicht zufällig gesehen, wüssten Justine und ich wahrscheinlich bis heute nicht, wann wir uns dafür hätten anmelden sollen. Denn das Datum war nur noch wenige Wochen entfernt. Zum Ende der Semesterferien bekamen wir und alle Angemeldeten dann eine Mail, in der stand, bis wann wir uns mit Titel und Thema festzulegen hatten und bei unserem Wahl-Prüfer eingetragen haben sollten.
Im Laufe des ganzen Vorbereitungs- und Schreibprozesses änderten sich alle Daten und Deadlines immer wieder. Ich musste häufig nachfragen und mich selbst erkundigen, weil selten bis gar nichts an Daten veröffentlicht wurde von der Uni. Das war oft sehr ärgerlich, anstrengend und störend für den ganzen Prozess. Ich hatte zu dem Zeitpunkt bereits ein Thema in Aussicht, was ich aber glücklicherweise relativ schnell wieder verwarf.
Die Themenfindung und Gliederung meiner Bachelorarbeit war der spannendste und auch spaßigste Teil. Ich kann jedem empfehlen, sich vorher Stichpunkte zu machen, was einen interessiert, gefällt oder spannend vorkommt. Auch mit Mindmaps habe ich viel gearbeitet und mir so meine Gliederung vereinfacht. Alle Notizen nahm ich mit in die Sprechstunden mit meinem Prüfer – insgesamt war ich während meiner Bearbeitungsphase aber nur zwei Mal bei ihm.
  • informiert euch früh genug darüber, wann ihr euch für den Bachelor anmelden müsst – damit meine ich mehrere Monate vor eurem Bachelor-Semester
  • macht euch eine Liste mit Deadlines, um alles im Blick zu haben
  • fragt nach! Scheut euch nicht und fragt mehrmals Dozenten, euren Prüfer, die Sekretärin usw. nach Daten, Veränderungen und allem, bei dem ihr euch unsicher seid – leider ändern sich die Deadlines oft
  • überlegt euch bei der Themenfindung 1) was euch interessiert 2) was euch in den letzten Semestern am meisten begeistert hat 3) ob es dazu viel Material/Literatur gibt und ob euch dabei Fragen aufkommen 4) wählt euren Prüfer passend zu eurem Thema 5) Mindmaps helfen bei der Ideenfindung 6) geht gut vorbereitet in die Sprechstunden, mit all euren Notizen

Der Hauptteil

Als Titel und Thema standen, begann die Hölle. Ich bin sowieso kein Mensch, dem Hausarbeiten viel Spaß gemacht haben, aber die Bachelorarbeit toppte alles. Ich habe zig Bücher, Textstellen und Autoren gelesen, hinterfragt, bearbeitet und überall waren Notizzettel. Mein Schreibtisch glich einem Massaker zu der Zeit, weil überall Bücher und Textmarker rumflogen.
Grundsätzlich bin ich so vorgegangen, dass ich nach den Mindmaps begann zu Lesen und als ich mich sicher genug fühlte, begann ich auch zu Schreiben. Danach las und schrieb ich gleichzeitig. Einige Male trafen Justine und ich uns zum Workspace, tauschten uns aus und lasen über unsere Texte und halfen uns auch schlichtweg mit den Formalia. Letztere waren für mich persönlich eine große Hürde. Ich musste meinen Text mehrmals formatieren, um alle Vorgaben einzuhalten. Über die klärte uns auch niemand auf, wir fanden lediglich einen Leitfaden auf der Website unserer Uni.
Während der Bachelorarbeit zog ich von zu Hause aus und in unsere erste gemeinsame Wohnung. Im Nachhinein weiß ich, dass mich das viele Nerven gekostet hat. Für den Umzug pausierte ich zwei Wochen mit der Bachelorarbeit und es fiel mir danach sehr schwer wieder reinzukommen. Ich setzte mir aber von vornherein das Ziel, jede Woche eine Seite zu schreiben – egal, ob komplett neu geschrieben oder bis zu meiner Perfektion überarbeitet. Und das funktionierte letztendlich so gut, dass ich etwa zwei Wochen vor dem Abgabetermin fertig war und nur noch Korrekturlesen und zwei Anschauungsbilder malen musste.
  • macht euch einen Zeitplan, bis wann ihr welche Bücher gelesen haben wollt, angefangen haben wollt mit Schreiben und wieviele Seiten ihr in welchem Zeitraum schaffen wollt – und denkt daran, ihr braucht am Ende noch Zeit zum Korrekturlesen
  • tauscht euch aus, egal ob mit Kommilitonen, Freunden, Familie oder Dozenten
  • behaltet die Formalia im Auge und lest eure Bachelorarbeit am Ende jedes Tages nochmal komplett durch auf Rechtschreib- und Grammatikfehler

Das Ende

Drei Tage vor Abgabe, an einem Freitag, ging meine Arbeit in den Druck. Und dass dabei nicht alles glatt lief, ist kein Geheimnis. Aus irgendeinem Grund wurde die Einleitung auf dieselbe Seite wie das Inhaltsverzeichnis gedruckt. Und ich war mir doch so sicher, alles vorher nochmal kontrolliert zu haben! Große Panik, großer Nervenzusammenbruch, große Angst. Hätte ich meine Arbeit so abgegeben, wäre ich sofort durchgefallen wegen Formfehler. Und wir wollten am nächsten Tag, Samstag, direkt nach der Abgabe eigentlich nach Frankreich fahren, um all die letzten stressigen drei Monate hinter uns zu lassen. In einer schlaflosen Nacht beschloss ich, meine Bachelorarbeit am Samstag erneut drucken zu lassen und sie am Abgabetermin, Montag, abzugeben. Wir fuhren nicht nach Frankreich, sondern nach St. Peter Ording. Und es war die richtige Entscheidung.
Nach mehr als zwei Monaten nach Abgabe bekam ich eine Mail von meinem Prüfer mit meiner Note, seinem Gutachten und dem Termin für meine mündliche Prüfung. Ende September war dann mein Bachelor-Kolloquium und es lief genauso ab wie eine normale mündliche Prüfung, bis auf die Dauer (30 Minuten).
  • überprüft eure Arbeit mehrmals vor dem Druck, sonst kann euch das eine Menge Nerven und auch Geld kosten
  • lest das Gutachten von eurem Prüfer aufmerksam, macht euch Notizen für die mündliche Prüfung und geht auf seine Punkte ein
  • lest euch auch eure Bachelorarbeit vor der Prüfung mehr als einmal durch und auch die wichtigsten Quellen/Literatur nochmal, wenn ihr es schafft

Seitdem vergingen nochmal mehr als vier Wochen bis ich mein Zeugnis in den Händen halten durfte, was mir per Post zugeschickt wurde. Keine Entlassungsfeier, keine Glückwünsche von Dozenten oder der Uni, kein riesiges Tamtam wie beim Abitur damals. Und auch wieder keine Informationen darüber, wann wir ein Zeugnis bekommen. Hätte ich nicht nach vier Wochen eine Mail an das Prüfungsamt geschrieben, wo mein Zeugnis bleibt, hätte ich auch nicht erfahren, dass es technische Probleme gab und es noch dauert, bis ich es bekomme. Generell war der Informationsfluss schlecht während der ganzen Phase, da hätte ich mir mehr gewünscht. Aber so ist es okay und ich bin zufrieden mit mir und meinem Zeugnis.
Im Januar 2019 soll eine kleine Feierstunde stattfinden, in der alle Absolventen eine Urkunde bekommen. Ehrlich gesagt finde ich diese Terminansetzung etwas frech, weil nicht davon ausgegangen werden kann, dass alle noch im (Bundes-)Land sind zu dem Zeitpunkt, nicht schon arbeiten oder nicht anderweitig verhindert sind. Ich freue mich trotzdem darauf, dass meine Leistung an dem Tag gewürdigt werden soll – und ich bin glücklicherweise nicht aus der Welt.

 

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